Blog ... Fährboot-Rungenwagen Rbmms 55

Das Vorbild:              
Der Fährboot-Rungenwagen des Typs Rbmms 55 ist neben dem Tcefs 845 Fährbootwagen und Tbnhs 30 Fährboot-Kühlwagen ein weiteres Beispiel für die im Bereich des internationalen Güterverkehrs notwendigen Besonderheiten beim Betrieb von Eisenbahnen.        
 
 
 
Die Firma Fuchs erhielt 1954 von der DB den Auftrag, 25 Fährboot-Rungenwagen des Typs Rbmms 55 zu bauen. Dies geschah noch vor der Beschaffung normaler neuer Rungenwagen für die Bundesbahn. Um den Wagen auch im Verkehr nach Großbritannien einsetzen zu können, mußte auf das kleinere britische Lichtraummaß Rücksicht genommen werden. Ergebnis war eine Breite des Wagens von nur 2216mm bei einer LüP von 12500mm. Weiteres Merkmal der Wagen für den UK-Verkehr ist die dort gebräuchliche Saugluftbremse. Das Leergewicht der Wagen lag bei 12000kg, die Höchstgeschwindigkeit bei 100km/h. Die Zuladung lag bei maximal 26 Tonnen, später 27,5 Tonnen.

Nach UIC-Richtlinien gebaut und 1956 ausgeliefert, wurden die Wagen mit den Betriebsnummern 435000 bis 435024 versehen. Das Fahrwerk wurde später für den Tcefs 845 Fährbootwagen wieder aufgegriffen, dann ohne den Rungentragkorb. Die 580mm hohen Seitenwände waren zur Beladung klappbar. An den Längsseiten erhielten die Wagen Rungen aus Pressblech, die Stirnseiten waren mit Rungen aus Profilstahl ausgestattet. Fährbootösen deuten ebenfalls auf den Einsatzbereich hin. 

 
 
Neben dem Verkehr nach Großbritannien kamen die Wagen Deutschland- und Europa-weit zum Einsatz, auf Fährverbindungen nach Skandinavien, aber natürlich auch im "normalen" innerdeutschen Verkehr. Verladen wurde vor allem wetterunempfindliche Güter sowie Waren für den Export.  
 
 
 
1962 orderte die DB 30 weitere Wagen bei LHB als Ersatz für noch vorhandene Rbh 21 Wagen, eine weitere Bestellung über 100 Wagen erfolgte 1963-1965. Der Gesamtbestand lag somit bei 155 Exemplaren. Bis 1968 erfolgte die schrittweise Umzeichnung der Wagen zu Lfs-t 569 mit den Nummern 414 0 000 - 414 0 159. Anfang der 1980er Jahre wurde dann in Lfms-t 569 umbenannt. Der Bestand war bis 1984 vollzählig. Durch den Rückgang des Bedarfs im Verkehr nach Großbritannien kamen die Wagen ab Mitte der 1980er Jahre vorwiegend im Bauzugdienst zum Transport von Schwellen zum Einsatz. Der letzte Lfms-t 569 verabschiedete sich 1995 in den Ruhestand.
 
 
Das Modell:
Angesichts des in H0 bereits verfügbaren Tcefs 845 Fährbootwagen sowie dem Spur N Modell des Rbmms 55 war es naheliegend, daß Modellbahn Union den Rungenwagen auch in Spur H0 folgen lässt, zumal die gelungene Basis für den Wagen, des Fahrwerk des Tcefs, bereits vorhanden war.
Das Ergebnis ist ein Modell, welches durch seine ungewöhnlichen Proportionen auf jeder Anlage auffällt. Die Detaillierung des Modells überzeugt in allen Bereichen. 
 

 
 
 
Beim Fahrwerk wurden alle Details der beiden Bremsanlagen umgesetzt. Die Rangiertritte sind einzeln angesetzt, Kupplungshaken und Bremsschläuche können auf Wunsch montiert werden. Der Kurzkupplungsmechanismus sorgt für betriebssichere Fahreigenschaften, die NEM Schächte erlauben den Einsatz aller H0 Kupplungen. Sollten sehr enge Radien durchfahren werden sollen, hilft das leichte Hochbiegen der unter den Puffern sitzenden Kupplergriffe. 
Für den Wechselstrom Bahner stehen Tauschachsen zur Verfügung.    
     

 
 
 
Ein Stockwerk höher fallen natürlich vor allem die Rungen auf. Diese liegen dem Modell in zwei Versionen bei, mit DB Prägung oder ohne. Alle Rungen sind samt der dargestellten Halterung abnehmbar, und können gegen Halterungen ohne Rungen ausgewechselt werden. Diese Lösung hat den großen Vorteil, daß alle Bauteile deutlich filigraner ausfallen, als es bei fest am Wagen angebrachten Halterungen der Fall wäre. Die Rungen halten durch einfaches Einstecken. Es ist übrigens vorbildgerecht, mit allen möglichen Kombinationen an Rungen zu fahren, sei es mit fehlenden Rungen, nur mit den Rungen an den Stirnwänden usw.
Die Rungen sind aus leicht flexiblem Kunststoff gemacht, so daß zum einen eine lange Haltbarkeit gewährleistet ist und zum anderen die Steckteile auch nach häufigerem Wechsel noch halten. Hinweise zu den Zurüstteilen findet man bei den Artikeln im Download Bereich. 


     

 
 
Die Seitenwände zeigen sehr gute und scharfe Bedruckung. Der "viele Text", der einen Fährbootwagen auszeichnet, macht das Modell zusätzlich interessant. Je nach Version variieren die Anschriften epochengerecht.   
       
 
Richtig interessant wird es vor allem, wen man sich dem Thema Beladung widmet. Die Größe der Ladefläche beträgt 12,7 x 2,3cm, und in Sachen Ladegut ist vom Auto über die Kiste bis zur Röhre alles erlaubt, was jemals den Weg aus Deutschland in die Nachbarländer und zurück gefunden haben könnte.
Und natürlich ist die Zusammenstellung von Zügen bei diesem Modell ein großartiges Thema. An Lokomotiven ist im Prinzip alles aus Kontinental-Europa sowie England von den 1960er bis 1990er Jahren erlaubt, sowohl als Einzelwagen wie auch in Ganzzügen.       
 
       
 
 
 
 
Fazit:
Das Modell des Rbmms 55 ist eine gelungene Bereicherung des Güterwagenfuhrparks im Allgemeinen und des Themas Fährbootwagen im Besonderen. Zusammen mit den schier endlosen Gestaltungsmöglichkeiten in Sachen Beladung und der langen Einsatzzeit des Originals findet jeder Modellbahner mit Sicherheit einen Einsatzort für diesen Güterwagen.    
 
 
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